Gastronomie

London Baby!

Ich war im Urlaub, nach 14 langen Jahren das erste Mal. Hört sich unglaublich an oder? Ist aber Realität.

Mein letzter Urlaub war 1999 auf Mallorca – El Arenal . Ich war zwar in dem Jahr als Michael Jackson starb 2009 nochmal auf Mallorca aber das war für ein Kellner Casting von Sat.1 und im November 2012 die Tour Hamburg – Amsterdam –  Newcastle – Amsterdam – Hamburg auf Kennenlernfahrt/Inforeise mit der Klasse, aber das ist eben einfach kein Urlaub.

Dieses Jahr am 20. Mai hatten mein Freund und ich unser 10 Jähriges, und da wir zusammen noch nie irgendwo waren außer in Essen/Bottrop (Moviepark), dachte ich: Am Jahrestag immer nur Essen gehen ist ja auch langweilig. Also fragte ich meinen Schatz, ob wir nicht mal was Besonderes anstellen wollen. Ihm gefiel der Gedanke, da er genauso unter Fernweh leidet wie ich!

Und los! Aber Low Budget muss es sein. Ich recherchierte ewig im Internet und suchte alle möglichen Städteziele raus, die irgendwie erschwinglich waren. Dann stolperte ich über Ryanair BRE/STN € 126,- für zwei Erwachsene 5 Tage (effektiv allerdings nur 3 Tage). Warum nicht London? Jetzt musste nur noch ein Hotel her. Am liebsten ähnlich günstig. Ich fand dann die Peckham Lodge für € 214,- für 5 Tage ohne Frühstück. Ich dachte allerdings es wäre mit Frühstück gewesen. Das war ein bisschen peinlich, als wir im Frühstücksraum standen und frühstücken wollten. Aber zurück zum Thema.

Die Bewertungen, die ich für das Hotel fand, waren ok, als ich buchen wollte, also so buchte ich. London für zwei für Insgesamt € 340,- incl. Flug. Schnäppchen Alarm!!! Kurz vor Abflug allerdings fand ich dann plötzlich einige schlechte Bewertungen, die über die miesen Zustände dort berichteten. Da wir beide Allergiker sind, hat mein Freund eine Email verfasst. Die schickte ich dann, in der Hoffnung auf ein vernünftiges Zimmer, zum Hotel. Ich postete bei facebook, dass ich nach London fahre und habe gleich ein paar tolle Tipps bekommen. Ein Kumpel schrieb mir sogar, dass ein gemeinsam befreundetes Pärchen ihn in London besucht, und ob wir uns nicht einen Tag treffen wollen. Ich wusste nicht mal, dass er dort wohnt, aber das war natürlich total super. Statt in Kiel oder Hamburg konnten wir nun die Pubs in London zusammen unsicher machen. Zufälle gibt’s…

Um so günstig fliegen zu können, nahm ich den Flug am 16.05 um 21:55 ab Bremen mit Ankunft London Stansted um 22:10. Also 1 Stunde 15 Minuten Flug. Das Hotel war ca. eine halbe Stunde (mit dem Bus) von der Victoria Station entfernt. Mit der Bahn wären es 15 Minuten, leider fuhr diese abends ab ca. 19:00 Uhr nicht mehr, was wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wussten. Am Flughafen in Deutschland buchten wir schon den Transfer mit Terravision für 36,- £ (Haben es aber von dem netten Herren für € 40,- statt 42,- bekommen) bis zur Victoria Station. Als wir durch die Kontrolle gingen, fing mein Gürtel natürlich an zu piepen, was mir eine ruppige Behandlung der Sicherheitsbeamtin sicherte.

Nachdem wir mit ca. einer halben Stunde Verspätung in den Flieger steigen konnten, versuchte ich es mir im Sitz bequem zu machen. Schwieriges Unterfangen, es war irgendwie enger als in herkömmlichen Fliegern. Die Stewardessen waren extrem gelangweilt und leierten die Safety Instructions nur so runter. Die Landung war phänomenal. Ich glaube der Pilot war noch in der Ausbildung. Vielleicht sogar noch ganz am Anfang, denn wir sind ziemlich hart auf dem Boden aufgeknallt. Niemand hat geklatscht oder ähnliches. Kein Wunder!! Das war also mein erster Flug mit einer Billig Airline. Aber: „Hey, wir leben noch!“Ryanair Flug Der Transferbus war aber dermaßen eng, dass die 55 Minuten fahrt zum Horrortrip wurden. An der Victoria Station angekommen, kaufte mein Freund uns erstmal zwei Travelcards (Tagestickets). Transfer London Irgendwie sind wir erst um 02:30 Uhr im Hotel angekommen, wurden zwischendurch noch vom Busfahrer angeschnauzt und wollten einfach nur ins Bett. Auf den 1. Blick sah alles ganz positiv aus, nur den Schimmel am Fenster habe ich direkt gefunden. Es war echt nicht so das beste Wetter, also habe ich die Klimaanlage etwas wärmer gedreht. Der Schimmelduft war deliziös, also drehten wir die Gradzahl erstmal wieder runter. Peckham Lodge Morgens standen wir also zur Frühstückszeit um 08:00 Uhr auf und liefen zum Speisesaal. Leider hatten wir das nicht gebucht, also wieder ab ins Bett. Um 10:00 machten wir uns auf den Weg Peckham zu inspizieren. Peckham ist ganz cool. Viele Afrikanisch stämmige Leute dort und auch andere Nationen waren vertreten. Im Dunkeln wirkte die Umgebung nicht so vertrauenswürdig, aber tagsüber war es ein bunter und lebhafter Stadtteil. Wir liefen am LIDL vorbei und besorgten uns unser Frühstück bei Greggs, das ich noch aus Newcastle kannte.

Danachgingen wir kurz bei Poundland die Lage checken, was wir am nächsten Tag shoppen wollen, um uns mit Naschis und Getränken einzudecken. Vorbei am Primark und da war sie, die Bahn. Wir fuhren wieder zur Victoria Station, um von dort aus die Gegend zu Fuß zu erkunden.

Wir fingen unseren Marathon mit dem Buckingham Palace an. Mein Gott war es dort voll mit Menschen. Vorbei an Hyde Park Corner, liefen wir durch den Hyde Park und trafen ein mega süßes, zutrauliches Eichhörnchen, welches ich zuerst versehentlich als Waschbär identifizierte, weil ich nur einen grauen Schwanz im Mülleimer verschwinden sah. *Ich kenne Eichhörnchen nur mit kastanienfarbenem Fell.* Es kam immer näher und ich glaube, wenn ich es versucht hätte, wäre es tatsächlich auf meine Hand geklettert. Buckingham Palace Relativ schnell waren wir bei Harrods angekommen. Junge ist das anstrengend da durchzulaufen, und bis nach ganz oben haben wir es auch nicht geschafft, dafür ist es zu riesig. Man verläuft sich fast und der Luxus ist eigentlich auch schon nicht mehr schön (außer der Toiletten, die sind auch nur voll gesch…en). Eine Pizza beispielsweise gab es hier schon für 15,-£. Ist doch fast geschenkt, oder?

Nach dem Essen bei Al Arez landeten wir dank eines 2for1 Gutscheins bei Madame Tussauds und haben einfach nur rumgealbert. Wir gingen dann weiter zum Big Ben, Westminster Abbey und den Houses of Parliament an der Themse. Ich wollte nun aber nicht mehr! Für einen einzigen Tag war das wirklich eine Menge, selbst wenn viele der Sehenswürdigkeiten nah beieinander lagen. Im Hotel haben wir uns dann noch etwas mit dem TV-Programm vertraut gemacht. Das ist auf jeden Fall besser als bei uns.

Der nächste Tag war nicht minder anstrengend. Wieder Frühstück bei Greggs, ein richtiger Einkauf bei Poundland und dann noch schnell ein Abstecher zu Primark, da der Tag zuvor so kalt war, dass wir Halstücher oder Schals kaufen mussten. 😉

Wir fuhren zum Borough Market, den mir mein Bekannter Peter bei facebook empfohlen hat, nachdem wir alles erledigt hatten und schlemmten an den Ständen an denen es nicht zu voll war. Leider waren einige der Stände tatsächlich so voll, dass man auf Andere ausweichen musste. Von dort gingen wir zur Tower Bridge und zum Tower of London. Wir wollten eigentlich den Tower besichtigen, doch leider waren nur noch 45 min. Zeit bis zur Schließung, dafür waren uns 21,- £ einfach zuviel. Borough Market Dann trafen wir unsere Freunde am Hyde Park Corner. Wir fuhren mit dem Bus zum Picadilly Circus (Ich hatte echt keinen bock mehr zu laufen!!!) und liefen durch China Town und Soho. Während ich mich zusammen mit dem in London lebenden Kumpel für einen Bubble Tea bei Chatime anstellte, in einem Laden in dem ich die einzige europäische Kundin war, wollten die anderen in den Pub an der Ecke gehen und schon mal Bier ordern. Wir standen ziemlich lange an. Als wir wieder raus kamen standen die anderen auch wieder vor der Tür. Ich war doch leicht schadenfroh als ich erfuhr, dass sie im Molly Moggs, einem Transen-Pub, gelandet waren, in dem wohl auch noch ziemlich schlechtes Karaoke lief. Deshalb hatten sie das Bier runtergestürzt und wir zogen schnell weiter. Ich hätte sicherlich meinen Spaß dort gehabt aber nun ja, das hab ich wohl leider verpasst.

Wir gingen in einen anderen Pub, namens Duke of Argyll. Auf dem Weg holte ich mir noch schnell ein Calamansi FroYo mit Erdbeeren bei Snog. Boah war das lecker! Dann bekamen die anderen irgendwie noch Hunger und wir suchten etwas nettes wo das Essen auch annehmbar war. Also landeten wir in der Bar Italia. Das Essen in der Auslage sah wirklich sehr gut aus. Danach gingen wir bis zur U-Bahn und dann trennten sich unsere Wege, zumindest für diesen Tag.

Im Hotel gab es dann noch eine Dosis UK TV. Es lief Norbit, den hatte ich noch nicht gesehen. Ich fand ihn witzig genug, davor hängen zu bleiben obwohl ich vor Müdigkeit völlig im Eimer war.

Am letzten Tag trafen wir uns an der Bahnstation South Kensington, denn wir wollten ins Natural History Museum! Vorher stand allerdings noch Frühstück in Muriel’s Kitchen auf dem Plan. (Auf die Bewertungen zu den Gastronomiebetrieben werde ich noch in Einzelbeiträgen eingehen!)

Nach der kleinen Stärkung ging es los ins Museum, ich hatte da nicht so richtig Lust zu, aber mein Freund musste so viel ansehen, das er schon kannte (Er war bereits mehrfach in London) und wir konnten schließlich nicht nur das machen, was ich will. Die Schlange war echt lang, aber es ging trotzdem relativ schnell. Am Anfang in der Blue Zone sah ich nur Dinos und andere tote Tiere. Dinos sind nicht so meins, vor allem  nicht deren Knochen, aber beeindruckend war es dann schon. Wir gingen weiter ins Darwin Center, welches wie ein riesiger  Kokon aussah. Ich entdeckte die Red Zone, die sich mit den Geheimnissen unseres Planeten auseinandersetzt. Da wollte ich unbedingt hin. Ich glaub das fanden wir am Ende alle ganz cool und ich war froh, dass wir doch diesen Ausflug gemacht haben. Das Museum ist so riesig, dass man kann locker den kompletten Tag dort verbringen kann. Wenn man Interesse daran hat, sollte man sich nicht mehr so viel anderes an diesem Tag vornehmen. Wir ließen die Orange Zone aus, denn es war genug für den Tag.

Wir liefen an der Royal Albert Hall, in der Eric Clapton übrigens an diesem und 2 weiteren Tagen auftrat, vorbei und machten am Trafalgar Square eine längere Pause. Vorher rüsteten wir uns noch bei Pret A Manger mit Proviant aus, um eine Kleinigkeit in den Magen zu bekommen. Nach unserem Päuschen machten wir uns auf zum Covent Garden Market. Von dort machten wir uns auf den Weg zum Picadilly Circus. Unterwegs brauchte ich unbedingt noch einen FroYo von Snog. Wir liefen durch die Carnaby Street und versuchten in einem Restaurant zu essen. Leider wurden wir dort nicht bedient, also gingen wir. Ich denke das war auch gut so, denn auf dem Weg zum WC sah ich einen Burger, auf den ich es ursprünglich abgesehen hatte. Dieser Burger sah aus wie im Film „Brust oder Keule“ mit Luis de Funès. Irgendwie plastisch. Also suchten wir eine andere Möglichkeit nett zu speisen.

Wir fanden das Mediterranean Café in Soho und entschieden uns hier zu essen. Wir waren völlig kaputt und richtig hungrig. Um 21:00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Hotel, um kurz zu schlafen und mitten in der Nacht wieder aufzustehen. Der Transferbus fuhr nämlich am nächsten Tag um 03:20. Um den Flug um 05:55 nach Deutschland nicht zu verpassen, nahmen wir allerdings einen Bus früher. Zum Glück, denn da so viele Leute dort waren, haben sie noch andere  Busse eingesetzt. Diese waren um einiges bequemer als auf der Hintour.

Die Regent Street sah ich nur von weiten, Camden Town, St. Paul’s Cathedral und Notting Hill haben wir nicht mehr geschafft, und wenn ich irgendwann mal ohne meinen Freund fahre, dann gehe ich ins London Eye. Weil ich die Stadt von oben unbedingt sehen will. Auch wenn’s schweineteuer ist!

Ach ja aber was Ihr auf keinen Fall, nie nicht machen solltet ist in der Brot Box an der Victoria Station Sandwiches kaufen. Die gehen gar nicht. Um’s freundlich zu sagen: „Ungewürzte Presspappe schmeckt besser!“ Fazit: London jederzeit wieder aber next time ein bisschen mehr bezahlen und dafür kein Schimmelzimmer. Je zentraler, desto weniger zahlt man für die Travelcard, denn das meiste geht zu Fuß!

Das Wetter war übrigens, bis auf den 1. Tag super!

An alle Asiaten hier: falls jemand das Rezept für diese Grünen Kuchen hat, die auf den China Town Fotos drauf sind immer gern her damit! Ich bin ganz verrückt danach.

17 Kommentare zu „London Baby!

      1. Nein, leider nicht, darum das Heimweh auch nur in Anführungszeichen. Aber ich liebe diese großartige Stadt und möchte bald mal wieder hin

      2. Ach so! 😉 Witzig, ich wollte da früher nie hin! Ich kann den britischen Akzent nicht leiden! Aber ich bin doch froh! Wenn Du auch ein paar tolle Tipps hast, die Du teilen möchtest, tu Dir keinen Zwang an und schrieb Sie hier gern unter.
        😀

      3. Mmmmh, ich habe bis jetzt nur die klassischen Touristenattraktionen abgearbeitet und darum leider keine Insidertipps zu bieten, sorry

    1. Ohhhhh, danke liebe Mathilda! Das freut mich sehr, besonders wenn es von so einer begnadeten Fotografin wie Dir kommt!
      Ja der Text ist lang aber ich wollte ein Bild davon erzeugen, welche Sehenswürdigkeiten man zusammen ansehen kann um nicht wie blöde durch die Gegend zu eiern.
      Nicht zu vergessen die Links zu den Anbietern. Damit man bei den nicht ganz günstigen Preisen in London trotzdem nicht arm wird.

  1. Danke Dir fuer den interessanten London-bericht.und den Bildern. Ich war bisher nur 2mal in London, aber immer nur kurz auf der Durchreise und da ich logischerweise mit amerikanischem Akzent spreche, sagten die Englaender zu mir, “ oh, your are from the colonies“. 🙂
    Schoenes Wochenende wuenscht Dir aus dem reichlich warmen NW-Arkansas,
    Karl-Heinz

    1. Sehr gern! Ich hoffe er ist hilfreich für zukünftige Reisende die etwas sparen möchten!

      Das mit dem Akzent kenne ich von Engländern und auch von Amerikanern. Ist wohl wie mit Österreichern und Deutschen! 😉
      Dir auch ein schönes Wochenende!

      Liebe Grüße
      Von Sue aus HH

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