Gastronomie

Braindead in Sushi Town

das war es was gestern Abend abging. Oh je…

Also ich glaube ich bin total überarbeitet anders kann ich mir das, was gestern passiert ist, nicht erklären. Ich habe gearbeitet als ob ich das erste Mal im Service wäre. Aber ich habe es mit Humor genommen und meine Gäste glücklicherweise auch.

Nun gut, zu meiner Verteidigung alle meine Gäste kamen in etwa zur Selben Zeit. Erst Leerlauf und dann Rums Bums alle Tische gleichzeitig voll. Wo fängt man da an und wo macht man weiter, vor allem da einige Tische ja einfach mehr „Pflege“ brauchen als andere. Einige laufen von allein und andere möchten gern Entertainment am Tisch.

Anfangs dachte ich noch Spruch des Tages wäre gewesen: „Einmal Partners für Drei.“  (Partners ist der Name für eine Sushiplatte für Zwei, reicht auch für drei Personen.) Doch weit gefehlt. Im Laufe des Abends steigerte sich das ganze noch um einiges!

Als mein 1. Tisch kam (Menüs waren vorbestellt) ging ich mit den Karten an den Tisch um Die Gäste zu begrüßen. Sie sagten dann Sie hätten doch schon das Menü bestellt. „Ach ja sorry, ich dachte sie wollten vielleicht nochmal schauen was Sie essen.“ „Nein!“ „Ok, dann hole ich mal mehr Getränkekarten!“ Speisekarten weg und Getränkekarten mit. Zurück am Tisch: „Hallo, schönen Guten Abend!“ Gelächter! Mit einem Blinzeln so getan als wenn ich gar nicht verstünde warum eigentlich gelacht wurde. Apéritif empfohlen, gemacht, hingebracht, alle glücklich! Dann auf einmal die Frage: „Können Sie uns nochmal sagen was das genau für ein Menü ist?“ „Äh ja, aber da muss ich doch selber noch mal in die Karte schauen!“ Dümmlich gegrinst, wieder Gelächter geerntet. (Ich habe das Menü schon etliche Male verkauft, verdammt!)

Karte geschnappt, zurück zum Tisch. Kaum hab ich Sie auf, weiß ich es eigentlich auch wieder alles. Meine Serviceleiterin schaut sich das Spiel von weitem an und lacht. Da musste ich auch lachen. Ich erwähnte bei den Gästen, dass ich nun schon ausgelacht würde, weil ich aus der Karte vortrage.  Worauf sie erwiderten ich solle meiner Kollegin sagen, sie hätten es so gewollt.

Eine Dame meinte Sie möge keinen Fisch und Ihres wäre wohl das einzige Menü, welches mit Fleisch wäre. (2 Hauptgänge zu Auswahl) Aber am Ende gab es 3 mit Fisch und 3 mit Fleisch. Alles bestellt und es ging los. Als ich den Gruß aus der Küche ausheben wollte fragte mich einer der Herren, ob in der Kürbissuppe Fisch gewesen wäre. Das verneinte ich und er bat mich es seiner Frau auch noch zu sagen, damit Sie es auch glaube.

Mittlerweile waren dann auch alle anderen Tische besetzt. Eine Dame hat Wein bestellt und war aber nicht sicher welcher Ihr beliebt, also brachte ich Ihr zwei Weine als Probeschluck, leider wußte ich nicht mehr welcher Wein welcher ist , weil ich nicht drauf geachtet hatte welches Glas ich wo auf dem Tablett abgestellt hatte. Nun musste ich irgendwie herausfinden welches denn nun der gewünschte Wein ist, das hat echt etwas Zeit in Anspruch genommen. Die Dame fand es lustig und wir hatten unseren Spaß bei dem ganzen.

Zurück an dem 1. Tisch, während ich die Teller abräumte, bestellten einige der Gäste noch etwas zu trinken. Die Dame, die den Fisch nicht mag, bestellte auch etwas, leider so leise, dass ich es kaum verstehen konnte. Ich habe noch 3x nachgefragt, doch es half nicht. Bis auf einmal Ihre Sitznachbarin sagte: „Was ist denn eine Hüttengaudi??“ Die Dame versuchte es zu erklären, ich habe nichts verstanden, (wirklich!!!) da sagte Ihre Tischnachbarin: „Das heißt  Almdudler das Zeug.“ Alle, inklusive mir, fingen an zu lachen. Dann sagte ich: „Ok, ich bring Ihnen erst mal den Drink und die Hüttengaudi machen wir danach selbst!“ Ich nahm das restliche Geschirr vom Tisch und ging in die Spülküche.

Dort traf ich auf unsere Azubine. (Ich wollte mal sagen, dass Sie echt schüchtern aber Zuckersüß ist. Ich liebe Sie einfach!) Irgendwas schien Sie zu suchen, ich fragte, was los sei. Sie fragte: „Hast Du die Giraffen gesehen?“ Ich:“Was???“ Sie: „Na, die wo man den Wein rein tut.“ Ich: „Schnecke, das sind Karaffen!“ Ich fing so an zu lachen, dass ich erst mal kurz in der Spülküche bleiben musste.

Dann war ich wieder zurück an dem Tisch, an dem ich den Wein vertauscht hatte und wollte dem Herren Wasser einschenken, dabei ist mir die Flasche abgerutscht und zertrümmerte dabei das Glas und genau hier fing ich an mich zu schämen. Am ende machten wir noch ein Paar Witze und ich war wirklich froh drüber, dass es sich hier um Stammgäste handelte, die genau wissen, dass ich es auch besser kann!

Was für eine Schicht…

4 Kommentare zu „Braindead in Sushi Town

  1. Na wenn es kommt, dann auf einmal und ich finde es so super, dass sich die Gäste mit dir zusammen amüsierten 😀
    Ich hätte auch Scherzle und Witze gemacht 😆

    1. Ja Mathilda, glücklicherweise habe ich so eine Begabung bei meinen Gästen den richtigen Ton zu treffen und merkwürdige Momente in komische zu verwandeln.

      Auf Dich warte ich noch! 😉

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