Gastronomie · Kritik · Miteinander

Mit Leihpersonal hat man mal Glück, meistens jedoch leider nicht…

Deck10 (3)Warum das so ist? Das kann ich Euch verraten. Seitdem es diesen neuen Trend gibt sein Personal nicht mehr fest einzustellen, sondern von Personalfirmen frei Haus liefern zu lassen, leidet die Qualität und das ist der Fall weil:

  1. diese Personalfirmen die geforderte Anzahl der Facharbeiter oft selbst nicht zur Verfügung haben.
  2. sie aus diesem Grund alle einstellen, die sagen sie möchten in der Gastronomie arbeiten/jobben.
  3. oft diese Mitarbeiter auch noch schlecht oder sogar gar nicht geschult werden.
  4. die Mitarbeiter, die nicht so gut in ihrem Job sind, erst mal auf normalen Veranstaltungen (VA)  herum dümpeln. Wenn jedoch nicht genug gute Kräfte zur Verfügung stehen, werden diese schlecht angelernten oder teilweise auch minderbemittelten Arbeitskräfte auf einmal auf hochrangige Veranstaltungen geschickt. (Das weiß ich übrigens daher so genau, weil ich selber mal eine war.)

Da geschieht manchmal dann allerhand Komisches.

Auf einer Großen VA mit ca. 1500 Gästen spielte sich bei mir folgendes Szenario ab:

Es gab wie immer einen Probetisch. Das bedeutet, dass jemand der weiß was er tut und an so einem Abend das Zepter in der Hand hat einen Platz oder gleich einen ganzen Tisch zur Probe für alle anderen, die an diesem Tag arbeiten, eindeckt. Ich war als Festangestellte zum Eindecken eingeteilt und die Leihkräfte sollten sich an uns orientieren. Ich wies also die anderen ein.

Ich: „Schaut Euch bitte die Probetische an und deckt alle anderen Tische genauso ein, wie es an dem Probetisch vorgemacht wurde.“

Alle anderen: „Ok!“

In meinen Augen war soweit eigentlich alles deutlich gesagt, dachte ich zumindest. Das sollte sich später noch als Fehler herausstellen. Nun legten wir jedoch zuerst einmal alle gemeinsam los. Irgendwann ca. 2 Std. später kam ein junges Mädchen zu mir, um mich etwas zu fragen.

Mädchen: „Du, entschuldige mal, aber die Wassergläser sind alle!“

Ich: „Das kann nicht sein, wir müssen mehr als genug haben. Schau noch mal nach.“

Mädchen: „Ok!“

Irgendwann kam sie dann zurück zu mir.

Mädchen: „Also ich habe jetzt alles abgesucht und nichts gefunden.“

Ich ging also genervt mit dem Mädchen mit und warf zufällig einen Blick auf die Tische, die sie bereits eingedeckt hatte.

Ich: „Sag mal hast Du die Tische hier eingedeckt“?

Mädchen: „Ja.“

Ich: „Hast Du Dir den Probetisch vorher angeschaut, wie ich es Dir vorhin gesagt habe?“

Mädchen: „Ja.“

Ich: „Ok und warum hast Du dann Bier- statt Wassergläser an den Tischen eingedeckt?“

Mädchen: „Wieso, sind das keine Wassergläser?“

Ich: „Nein, oder denkst Du ich verarsche Dich?“

Mädchen: „Nein.“

Ich: „Ich frage mich allerdings, ob Du mich verarschen willst. Weil Du Biergläser nicht von Wassergläsern unterscheiden kannst. Jetzt kommst Du mal bitte mit.“

Ich nahm eines der Biergläser vom Tisch und ging mit ihr zu dem Probetisch.

Ich: „Das ist ein Bierglas und das ist ein Wasserglas! Kannst Du den Unterschied erkennen?“

Mädchen: „Ja.“ (mittlerweile ganz kleinlaut!)

Ich: „Und warum hast Du nicht gleich vernünftig geguckt? Du hast gerade 2 Std. mit Blödsinn vergeudet! Das können wir jetzt alles nochmal machen.“

Solche Dinge sind immer echt ärgerlich aber leider auch gar nicht so selten!

Ich habe nichts gegen Leihaushilfen, denn wie ich bereits schrieb, war auch ich mal eine, aber es ist einfach so was von traurig, dass oft nicht auf Qualität geachtet wird. Ich wurde damals bei einem Catering von einem der beiden Top Hotels in HH abgeworben und war fortan keine Leihaushilfe mehr. Sowas spricht zum Glück immer für sich selbst!

Wenn man sich mal anschaut, was ein Kunde für so eine Aushilfe bezahlt die meistens so um die € 17-25,- für eine Personalfirma einbringen, während der Mitarbeiter mit ca. € 8,- höchstens € 9,50 abgespeist wird, braucht man sich über so etwas aber auch nicht wirklich wundern.

Ich könnte mir vorstellen, dass mehr Fachkräfte in Personalfirmen arbeiten würden, wenn sie vernünftig verdienen würden!

2 Kommentare zu „Mit Leihpersonal hat man mal Glück, meistens jedoch leider nicht…

  1. ACHJA, die Leihfirmen, …
    was bin ich doch froh dort weg zu sein!!!
    6 Stunden am Stück mit 20 anderen Menschen zusammen Gläser & Bestecke polieren oder auch mal 10 Stunden ohne Pause an einer Kaffeeurne verbringen und das als GELERNTE KRAFT ist definitiv nicht der Hit. Die direkten Leihkollegen wurden auch immer fachinkompetenter mit jeder Einstellung – furchtbar.
    Man spielt einen Ablauf ROLLSERVICE bei einer großen Gala durch, man spielt es ein weiteres und auch ein fünftes Mal durch und was passiert zur Gala? … es wird falsch eingesetzt, in der falschen Richtung gelaufen, die Abstände sind zu groß, … *AUGENROLL* furchtbar – nicht nur für den Gast!

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