Gastronomie · Kritik · Miteinander

Wie weit darf man gehen?

Diese Frage richtet sich an alle Menschen, die jemals in einem Restaurant  zu Gast waren.

In meinem letzten Beitrag habe ich verschiedene Arten von Gästen beschrieben. Heute möchte ich einige unangenehme Situationen beschreiben, in denen ich mich im Laufe der Jahre wiederfand.

Mit der anzüglichen Sorte von Gästen habe ich öfter Mal zu tun gehabt als mir lieb war.

Meine persönliche Hitliste der abstoßendsten Unterhaltungen war:

– Platz 3

Gast:  „Du bist sehr schön!“ Dazu ein lüsterner Blick.

Ich: „Sorry, sie nicht!“

– Platz 2

Gast: „Deine Lippen sind wie Feuer und ich will mich jetzt verbrennen!

Ich: „Ich kann Ihnen auch mein Feuerzeug leihen. Das geht schneller!“

– Platz 1

Gast: „Du hast schöne Brüste!“ und wieder einer mit einem notgeilen Blick ins Dekolleté.

Ich: „Wenn Sie ein bisschen Geld sparen, können Sie sich auch welche machen lassen. Die gibt es mittlerweile schon aus Plastik zu kaufen!“

Das findet jemand unmöglich? Ja? Ich auf jeden Fall. Nur weil ich Getränke von A nach B schleppe, bin ich noch lange kein Freiwild.

Der aufdringliche Gast ist auch immer wieder gerne genommen. Bei mir gab es davon zwei erwähnenswerte Situationen:

– Der Mann

Gast: „Darf ich Dich mal was fragen?“

Ich, arglos wie ich war: „Ja, klar!“

Gast: „Aber nicht böse sein.“

Ich, schon leicht irritiert: „Was ist denn?“

Gast: „Was ist passiert, Du warst mal die schönste Kellnerin aus Kiel. Wieso bist Du so fett geworden?“

Ich, einen kurzen Augenblick sprachlos; dann: „Das geht Sie gar nichts an!“

– Die Frau

Gast: „Ich komme ja schon viele Jahre hierher!“

Ich: „Das ist wirklich schön, dass Sie so treu sind.“

Gast: „Ja, aber Ihre Kollegin da vorne, die ist ja auch schon ewig hier. Sie hat sich ziemlich doll verändert.“

Ich: „Naja, das passiert natürlich im Laufe der Jahre.“

Gast: „Oh ja, die war mal total schlank! Das ist ja mittlerweile nicht mehr mit anzuschauen.“

Ich: „Da kann ich leider gar nichts zu sagen.“

Gast: „Können Sie ihr nicht mal in einer ruhigen Minute sagen, dass sie weniger essen soll?“

Ich: „Wie bitte?“

Gast: „Naja, Sie kennen sie doch besser!“

Ich, mittlerweile mit etwas erhitztem Gemüt: „Also, das tut mir sehr leid, aber ich hab da gar nichts mit zu tun und ich finde ehrlich gesagt auch nicht, dass das irgendjemanden außer ihr was angeht. Vielleicht ist sie ja auch krank. Wer weiß das schon.“

Gast: „Ich wollte ja nur wissen, wie man denn so fett werden kann, wenn man vorher so hübsch aussah.“

Ich: „Finden Sie nicht, dass das ihre eigene Sache ist?“

Gast, voller Scham: „Naja, ich hab mir ja nur Sorgen gemacht!“

4 Kommentare zu „Wie weit darf man gehen?

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